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Fake erkennen – Paraffine

Viele konventionelle Kosmetikprodukte arbeiten mit Paraffin und anderen Erdölabfallprodukten, weil sie kostengünstig sind und sich auf dem ersten Blick pflegend anfühlen. Tatsächlich legt sich Paraffin wie eine Schicht auf die Haut, durch die sie nicht mehr atmen kann. Das trocknet sie aus, unterstützt damit die Faltenbildung und da unsere Haut bis zu 80 % aller Kosmetika ins Innere transportiert, bemängeln Kritiker, dass es sich in den inneren Organen ablagert. Es steht zusätzlich im Verdacht, krebserregend zu sein. Da Paraffin aber billig ist und im ersten Moment einen Aha-Effekt hat und die Haut glättet, wird es nicht so schnell verbannt werden. Auch in Kosmetikstudios wird häufig noch ein Paraffin-Bad für Hände und Füße angeboten. Stattdessen könnte man natürliche Wachse oder Öle verwenden. Aber das kostet und somit wird es nicht allzu schnell vom Markt verschwinden. Minimieren wir also besser unseren Konsum und verzichten auf ein Paraffinbad.

Andere Kosmetika setzen auf bessere Zutaten, haben aber von den wirklich pflegenden Rohstoffen nur einen Bruchteil in der Rezeptur. Sie beginnen dann meist mit

INCI: Aqua, Alcohol denat., Glycerin/ Glyceryl Stearate…

Die ersten vier Stellen machen 60-95 % des Inhaltes aus und sollten pflegen. Wasser, vergällter Alkohol ( Alcohol denat. ist ein aggressiver, billiger Alkohol) und Glycerin können dies aber nicht leisten.

Ich verstehe, dass man mit einem hohen Anteil an Alkohol auf andere Konservierungsstoffe wie Parabene verzichten möchte, aber in so einer hohen Konzentration, kann die Pflege mit vergälltem Alkohol nicht von Dauer sein. Er ist zudem äüßerst aggressiv und schwächt die Hautbarriere.

Glycerin macht zwar im ersten Moment geschmeidig, trocknet die Haut aber auf Dauer bei hoher Konzentration aus, die sie hat, wenn es an den ersten drei Stellen vorkommt. Es kann also in geringer Menge sehr sinnvoll wirken, sollte aber auch hinsichtlich seines Ausgangsrohstoffs näher hinterfragt werden: wenn möglich sollte es pflanzlichen Ursprungs sein und dabei nicht aus Palmöl hergestellt werden.

Klar erkennen kann man gute Pflege, wenn in der Zutatenliste (auch INCI geschrieben) Rohstoffe stehen, die eindeutig sinnvoll sind wie Öle etwa. Bei leichterer Pflege sind Blütenwasser auch ein wertvoller Bestandteil, weil wirksamer als Wasser.

Wenn insgesamt viele „chemisch-aussehende“ Begriffe vorhanden sind, kann man das noch so schöne Produkt ruhig im Ladenregal stehen lassen.

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